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Was wissen Anleger über Kapitalanlagen?

Göttingen, 18.06.2019

In einer nicht repräsentativen Umfrage wollten wir von Anlegern zwischen 20 und 82 Jahren wissen, ob sie bereits eine Kapitalanlage abgeschlossen haben oder ob sie es planen. Beim Thema Beratungsqualität interessierte uns vor allem, welches Vertrauen Anleger in Bankberater oder freie Berater setzen. Wir wollten außerdem wissen, wie sich Anleger im Fall einer Schieflage ihres Investments verhalten, wenden sie sich erst an ihren Berater oder gleich an einen Fachanwalt? Darüber hinaus ging es um das Vorwissen der Anleger. Eine Frage richtete sich daher auch auf das Lernangebot in Schulen im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht.

Bei der Befragung ging es uns nicht nur um Anleger mit Erfahrungen, sondern auch um Anleger, die sich bisher noch nicht mit dem Thema Kapitalanlagen beschäftigt haben. Die Umfrage zeigt deutlich, dass und an welchen Stellen es Handlungsbedarf gibt.

Wir danken allen Teilnehmer/innen für die rege Beteiligung!


Eigene Einstellung zu Kapitalanlagen

Haben Sie schon einmal eine Geldanlage abgeschlossen, die risikobehaftet ist/war? (z.B. geschlossene Fonds, Aktien)

Fast die Hälfte der Teilnehmer hat bereits eine risikobehaftete Anlage abgeschlossen, darunter Aktien und geschlossene Fonds.

JACKWERTH Rechtsanwälte meinen:

Viele Anleger kennen die Risiken nicht und werden später von Verlusten überrascht. Aktien gelten im Allgemeinen als sehr risikoreich. Richtig ist allerdings, dass geschlossene Fonds viel höhere Risiken aufweisen, die bis zum Totalverlust reichen können.


Haben Sie vor, in Zukunft eine Geldanlage abzuschließen?

Von den Teilnehmern planen etwa 70 Prozent, eine Geldanlage abzuschließen, ein Drittel hält davon allerdings nichts.

JACKWERTH Rechtsanwälte meinen:

Diese Haltung ist verständlich. Seit der Finanzkrise sind viele Anleger verunsichert. Hinzu kommt, dass das Zinsniveau bei sicheren Anlagen deutlich gesunken ist.


Wie schätzen Sie Anlageberater einer Bank generell ein?


Wie schätzen Sie freie Berater ein?

Die Vertrauenswerte für Bankberater und freie Berater sind schlecht. Gerade dem Bankberater trauen ein Viertel der Befragten gar nicht, der freie Berater kommt überraschend auf geringfügig bessere Werte. Dem Banker trauen aber immerhin rund 15 Prozent eine einwandfreie Beratung zu, dem freien Berater nur 4 Prozent.

JACKWERTH Rechtsanwälte empfehlen:

Da es bei der Beratung in vielen Fällen um weitreichende Lebensentscheidungen geht, ist dieses Ergebnis alarmierend. Überraschend ist es jedoch nicht. Hier ist zu empfehlen, dass Anleger eine zweite Meinung einholen. Neben Verbraucherzentralen stehen auch Honorarberater zur Verfügung, die nicht provisionsabhängig beraten.


Wie würden Sie vorgehen, wenn Sie durch eine Kapitalanlage hohe Verluste erleiden?


Wie würden Sie in diesem Fall nach einem geeigneten Anwalt suchen?


Wussten Sie, dass es einen Fachanwaltstitel im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht gibt, der eine Spezialisierung bedeutet?

Haben sich Verluste bereits realisiert, so reagieren die Teilnehmer sehr unterschiedlich. Während etwa 15 Prozent gar nichts unternehmen würden, wollen sich jeweils 40 Prozent an den Berater und an einen Anwalt wenden. Lediglich ein Drittel würde allerdings einen Spezialisten bemühen. Dass es einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht gibt, war den meisten bewusst. Bei der Anwaltssuche vertrauen 60 Prozent auf Empfehlung ihrer Freunde, rund 40 Prozent würden selbst im Netz recherchieren. Soziale Medien wie Facebook und Twitter oder auch Zeitungsanzeigen fielen als Informationsquelle durch.

JACKWERTH Rechtsanwälte empfehlen:

Im Bereich Schadensmanagement gibt es noch viel Luft nach oben. Dass sich immerhin fast die Hälfte an ihren Berater wenden, ist fatal. Der Berater versucht erfahrungsgemäß seine Fehler zu vertuschen und den Kunden hinzuhalten. Da kurze Verjährungsfristen laufen, die der Anleger zumeist gar nicht kennt, werden auch bei klarem Verschulden Schadensersatzansprüche verspielt. Der Berater kann daher nur hoffen, dass der Kunde zuerst zu ihm kommt und keinen Rechtsrat einholt. Bei der Anwaltswahl ist eine Kombination aus mehreren Recherchemethoden empfehlenswert. Da es für die Bewertung von Anwälten im Netz keine objektiven Kriterien gibt, bleibt es bei dem persönlichen Eindruck. Dabei sollten Aspekte wie feste Ansprechpartner, Fachanwaltsqualifikation, angemessenes Zeitbudget und Kostentransparenz eine wesentliche Rolle spielen.


Halten Sie eine Rechtschutzversicherung für sinnvoll?

Unsere Befragung hat ergeben, dass die meisten Teilnehmer eine Rechtsschutzversicherung für sinnvoll halten.

JACKWERTH Rechtsanwälte empfehlen:

Im Zusammenhang mit Kapitalanlagen ist wenig bekannt, dass die meisten Versicherungen heute den Themenbereich Kapitalanlagen ausschließen. Daher ist es bei der Wahl der Versicherung unverzichtbar, das Kleingedruckte aufmerksam zu lesen. Im Vorteil ist, wer seine Versicherung schon länger hat, da diese oftmals nicht so strenge Ausschlussregeln enthalten. Vor einem Wechsel sollte daher unbedingt geklärt werden, ob dadurch Vorteile vergeben werden.


Informationsvermittlung zu Themen des Kapitalmarktes

Wie gut fühlen Sie sich informiert über das System des Kapitalmarktes?

Der weit überwiegende Teil der Befragten fühlt sich mittelmäßig bis gar nicht über das System des Kapitalmarktes informiert.

JACKWERTH Rechtsanwälte empfehlen:

Aus langjähriger Erfahrung der anwaltlichen Tätigkeit im Bereich Bank- und Kapitalmarktrecht sowie der Verbraucherzentrale kann dieses Ergebnis nur ausdrücklich bestätigt werden. Anleger wissen überwiegend nicht, womit sie es bei ihren Kapitalanlagen zu tun haben. Das kann sie teuer zu stehen kommen. Oft ist sogar die Altersvorsorge gefährdet. Es lohnt sich also, frühzeitig Informationen einzuholen.


Haben Sie in der Schule etwas über Aktienkauf, Börse, Fondsanlagen und Altersvorsorge gelernt?


Sollte es zum Thema Finanzen bessere Lehrpläne geben?

Zu dem Thema Aktienkauf, Börse, Fonds stellte sich heraus, dass fast 90 Prozent der Teilnehmer über dieses Thema in der Schule kaum bis gar nichts erfahren haben. Dabei ist die überwältigende Mehrheit der Befragten der Auffassung, dass das Thema Finanzen in der Schule intensiver behandelt werden soll. Immerhin fast 15 Prozent plädierten sogar für ein eigenes, neues Schulfach zum Thema "Geldanlagen und Vorsorge". Dass dieses Thema nicht in stärker in den Fokus gerückt wird, wünschte sich keiner der Befragten.

JACKWERTH Rechtsanwälte empfehlen:

Das Thema Finanzen und Geldanlage gehört deutlich stärker als bisher in den Fokus der Schule. Vorteil ist, dass gerade auch jüngere Schüler unbefangener damit umgehen. Es gilt, das Thema aus der Ecke der trockenen Finanztheorien herauszuholen und für Schüler praktisch erlebbar zu machen, dies geschieht bereits durch Börsenspiele. Hier ist Fantasie gefragt. Andernfalls bleibt es bei dem Anleger, der wenig weiß, keine Zeit und kein Interesse hat – ein gefundenes Fressen für den beflissenen Anlageberater.


In diesem Zusammenhang weitergehende Informationen:
Marktwächter Infos zu Geldanlagen & Altersvorsorge

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