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Initiative Faire Geldanlage ins Leben gerufen

Aufklärung der Anleger im Fokus – kein Geld für schmutzige Geschäfte

Göttingen, 02.05.2017

Die Problemstellung

Der Markt der sogenannten nachhaltigen Geldanlagen wächst seit Jahren und er ist unübersichtlich. Nicht alles, was als "grün" oder "nachhaltig" beworben wird, ist auch gut für Anleger und Umwelt. Denn: Es gibt keine gesetzlich festgelegten Standards oder einheitliche Definitionen für ethisch-ökologische Finanzprodukte.

Hauptproblem der so genannten nachhaltigen Anlagen ist die fehlende gesetzliche Regulierung. Bis vor einigen Jahren bestand für einige Produkte sogar eine gesetzliche Informationspflicht über "ethische, soziale und ökologische Belange" vor Vertragsschluss. In den letzten Jahren waren im Rahmen der Informationspflichten seitens der Anbieter eher Rückschritte zu verzeichnen. Für den bewussten Anleger ist daher aktuell nur schwierig zu erkennen, ob und welche ethischen, ökologischen und sozialen Kriterien beim angestrebten oder erworbenen Finanzprodukt Berücksichtigung finden.

Das Projekt

Die Initiative Faire Geldanlage versucht daher bestehende Missstände aufzeigen und diesbezüglich ein Problembewusstsein zu schaffen. Auch Anleger, denen eine nachhaltige Orientierung ihrer Geldanlage oder Altersvorsorge besonders wichtig ist, fördern häufig - ohne Kenntnis - umstrittene Branchen mit dem zur Verfügung gestellten Geld.

Viele Finanzprodukte die als „ethisch-ökologisch“ bezeichnet werden, investieren dennoch indirekt oder direkt in die Produktion von Waffen, Umweltzerstörung, Korruption, Menschenrechtsverletzungen oder den Klimawandel. Anleger, die sich hierzu unzureichend aufgeklärt oder sogar hinters Licht geführt fühlen, sollten ihre rechtlichen Möglichkeiten in Erfahrung bringen.

Aktueller Referenzfall

So auch aktuell im Fall unseres Mandanten. Dieser hatte 2007 eine Rürup-Rente abgeschlossen und wünschte eine ethisch und ökologisch korrekte Anlage seines Kapitals. Nach umfangreichen Recherchen stellte sich heraus: Sein Geld fließt unter anderem in Rüstungsfirmen und umstrittene Ölkonzerne - für den Öko-Tischler und Sohn einer Kriegswaise ein untragbarer Zustand. Hätte er diese Informationen vorher gehabt, hätte er nie unterschrieben.

Das Landgericht Hannover erklärte dem verantwortungsbewussten Anleger, dass ethische Aspekte „nicht zu den maßgeblichen aufklärungsbedürftigen Kriterien“ gehören. Ein Schlag ins Gesicht für alle Anleger, die ethisch und ökologisch korrekt anlegen wollen. Gegen diese Entscheidung wurde inzwischen Berufung vor dem OLG Celle eingelegt.

Artikel & Berichte zum Fall:

Biallo.de - Wenn das Geld in falsche Hände gerät
taz.de - Rürup dank Rüstungsgeschäften
ARD Mediathek - Altersvorsorge ohne Skrupel
Handwerk.com - Fragwürdige Geldanlage vor Gericht

Informationen für Anleger

Weitere Informationen und etwaige Handlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Projektseite unter www.fairegeldanlage.de

Falls Sie Fragen zu Ihrer Geldanlage oder Altersvorsorge haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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