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Ökoenergie

Wie Prokon die Anleger in die Irre führt

Göttingen, 25.06.2012: Der Ökoenergie-Anbieter Prokon lockt mit attraktiven Angeboten. In seiner Werbung wirbt das Unternehmen mit hohen Renditen und guten Geschäftszahlen um Investoren. Die bezeichneten Erfolge ergeben sich dabei jedoch nicht ausschließlich aus dem Geschäft mit nachhaltiger Energie. Die glänzenden Zahlen resultieren auch aus konzerninternen Geschäften und außerordentlichen Erträgen.

Nach Recherchen des Wirtschaftsmagazins Capital stammen große Teile der Gewinne des Energieunternehmens aus außerordentlichen Erträgen und Binnengeschäften. Die Verzinsung des Genussrechtskapitals in Höhe von acht Prozent wird damit nicht ausschließlich operativ, sondern auch intern erwirtschaftet. Prokon beauftragt mit dem Geld der Anleger die Schwesterfirma Prokon Energiesysteme, Winräder zu errichten. Diese Winräder werden nicht zum Herstellungswert bilanziert, sondern unternehmensintern zu einem höheren als dem Herstellungswert aktiviert. Die Mittel der Anleger werden dadurch auf dem Papier gewinnwirksam, bevor das Windrad in Betrieb genommen wird.

Prokon wirbt bei Anlegern mit einer Rendite von acht Prozent pro Jahr. Insgesamt wurden von 50.000 Investoren mehr als 860 Mio. Euro eingesammelt. Auf den ersten Blick sprechen die Geschäftszahlen für sich: 66,6 Mio. Euro wiesen die Prokon-Firmen 2010 als operatives Betriebsergebnis aus, 2011 wird das Ergebnis auf 83,1 Mio. Euro beziffert. Der Umsatz beträgt knapp 500 Mio. Euro pro Jahr.

Die guten Ergebnisse der Unternehmensgruppe Prokon beruhen dabei allerdings auch auf ihrer gesellschaftsrechtlichen Struktur. Üblicherweise sind Unternehmensgruppen wie Prokon so organisiert, dass sie neben einer Fülle von Einzelabschlüssen einen umfassenden Konzernabschluss erstellen müssen. Wäre die Gruppe rechtlich gesehen ein Konzern, dürfte sie Gewinne, die sie bei Geschäften mit sich selbst macht nicht in einem Konzernabschluss ausweisen. Laut Prokon besteht unter Berufung auf ihren Wirtschaftsprüfer eine solche Konsolidierungspflicht allerdings nicht.

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