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Schiffsfonds: Insolvenzen häufen sich

Schiffsfonds: Insolvenzen häufen sich

Göttingen, 09.07.2012: Viele Anleger, die ihr Erspartes in Schiffsfonds investiert haben, stehen vor dem Verlust eines Großteils ihres eingesetzten Kapitals. Die Insolvenzen häufen sich, eine Erholung des Marktes ist nicht in Sicht.

Die an der Finanzierung von Schiffsfonds beteiligten Banken verlieren die Geduld. Bei finanziellen Schwierigkeiten der Produkttanker-Gesellschaften werden die Darlehen zunehmend fällig gestellt. Die Schiffsfonds finanzieren sich neben dem Eigenkapital der privaten Investoren in der Regel auch durch Bankdarlehen. Nach Beginn der Krise im Jahre 2008 wurde eine schnelle Erholung der Schifffahrtsmärkte erwartet. Viele Banken waren daher eine gewisse Zeit lang noch zu Zugeständnissen in Form von Tilgungsaussetzungen oder Tilgungsstreckungen bereit.

Mit den Rückforderungen der Darlehen durch die Banken, häufen sich die Pleiten der Schiffsfonds. Hiervon betroffen sind z.B. die Anleger von zwei Fonds des Hamburger Fondshauses HCI. Der HCI Shipping Select 26 musste gleich für vier Produkttanker-Gesellschaften Insolvenz anmelden. Betroffen sind die Schiffe „Hellespont Chieftain“, „Hellespont Centurion“ und „Hellespont Challenger“. Etwa 1900 Anleger müssen nun um ihr investiertes Kapital in Höhe von insgesamt rund 63 Millionen Euro bangen. In wirtschaftliche Schieflage geriet auch der HCI Shipping Select 28, bei dem zwei Schiffsgesellschaften, die „Hellespont Crusader“ und die „Hellespont Commander“ pleite sind. Der HCI Shipping Select 28 enthält rund 40 Millionen Euro von etwa 1000 privaten Anlegern.

Die schlechte wirtschaftliche Lage der Schiffsfondsbranche spiegelt sich auch im sogenannten Baltic Dry Index (BDYI) wieder, der die Entwicklung der Frachtraten für Schiffe abbildet. Zwar erfasst der BDYI nur die Raten der Schiffe, die sogenannte Schüttgüter wie Kohle, Eisenerz, Dünger oder Getreide transportieren und sagt damit nicht direkt etwas über die für den Welthandel wichtigen Containerschiffe aus. Allerdings gilt der Index als wichtiger Indikator für die gesamtwirtschaftliche Situation auf den Weltmeeren. Vor etwa vier Jahren hatte der BDYI mit mehr als 10.000 Punkten seinen Höchststand erreicht, war dann aber innerhalb weniger Monate auf unter 700 Punkte abgestürzt. Derzeit steht der Index noch bei gut 1.100 Punkten.

Die trübe wirtschaftliche Lage steht dabei im Kontrast zu der Euphorie, die noch vor wenigen Jahren herrschte. Tausenden Privatanlegern wurden in glänzenden Prospekten hohe Renditechancen für Investitionen in Schiffsfonds in Aussicht gestellt. Der als sicher vorhergesagte Boom des Welthandels blieb jedoch aus, das Wachstum fiel deutlich geringer aus als prognostiziert. Gleichzeitig wurde der Markt mit immer mehr Schiffstonnage geflutet. Nach Ansicht von Experten könnte es Jahre dauern, bis die entstandenen Überkapazitäten wieder abgebaut sind.

Die schwere Krise der Branche lässt sich auch an den Zahlen des Verbandes Geschlossene Fonds (VGF) ablesen. Während 2010 noch rund eine Milliarde Euro Eigenkapital in Schiffsfonds flossen, war es 2011 gerade mal noch etwa eine halbe Milliarde. In den Zeiten der anfänglichen Euphorie flossen in einem Jahr mehr als 3 Milliarden Euro an Anlegergeldern in Schiffsfonds. Insbesondere institutionelle Investoren haben sich inzwischen fast vollständig aus diesem Markt zurückgezogen.

Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist heute dringend zu raten, sich anwaltlich über die rechtlichen Möglichkeiten beraten zu lassen. Regelmäßig war bereits die Kalkulation nicht fehlerfrei, so dass sich hieraus Ansprüche herleiten lassen. Zudem lohnt sich eine Überprüfung der Beratungsqualität. Wenn etwa die Empfehlung beispielsweise durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Sie sollten als Kunde einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Da hierzu regelmäßig nicht aufgeklärt wurde, bestehen allein aus diesem Grunde gute Aussichten auf vollen Schadensersatz. In jedem Fall sollte eine zeitnahe Überprüfung der Erfolgsaussichten stattfinden, da sonst Verjährung droht. Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden können, kostet 250 Euro. Welche weiteren Kosten entstehen können, ist dann auch Gegenstand der Bewertung.

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