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IGB NAWARO Bioenergie

IGB NAWARO Bioenergie GmbH & Co. KG

Der Fonds

Der alternative Bioenergie Fonds „IGB NAWARO Bioenergie“ wurde von der IGB NAWARO GmbH als Initiator im Jahre 2007 / 2008 auf den Markt gebracht. Mit rund 49,5 Millionen Euro zzgl. 5 Prozent Agio anzusammelndem Eigenkapital und ergänzendem Fremdkapital in Höhe von rund 63 Millionen Euro war die nach eigenen Angaben derzeit weltgrößte Biogasanlage Mecklenburg-Vorpommerns ein wahres Mammutprojekt. Den rund 5.000 Anlegern wurden Ausschüttungen in Höhe von 3 Prozent p.a. steigend auf 11 Prozent p.a. prognostiziert. Die Laufzeit wurde mit 20 Jahren angegeben, wobei Anleger gegebenenfalls vorzeitig von einem Andienungsrecht zu 2021 Gebrauch machen können sollten. Die Gesamtausschüttungen sollten dann kumuliert 272 Prozent bzw. 226 Prozent bei vorzeitiger Ablösung betragen.

Eine Beteiligung war ab 20.000 Euro plus 5 Prozent Agio möglich. Als sicheres Investment wurde die Anlage aufgrund ihrer Branche, des Standorts, ihrer Fortschrittlichkeit und des ausgeklügelten Konzepts angepriesen.

Die Situation

Nach Angaben der IGB verlief die Platzierung des Eigenkapitals langsamer als geplant. Die weltweit eingetretene Finanzkrise führte dann zu einem fast völligen Erliegen der Platzierung geschlossener Fonds. Von diesem Umstand war auch der Fonds IGB NAWARO Bioenergie betroffen und musste sich überbrückenden Krediten der beteiligten Partner bedienen, um den Bau des Fondsobjektes planmäßig voranzutreiben.

Es wurden zum Start hin Verträge über die Abnahme von Bio-Erdgas mit der VNG Verbundnetz Gas AG, dem ostdeutschen Marktführer im Erdgasgeschäft, über einen Zeitraum von 15 Jahren sowie mit der EWE AG in Oldenburg geschlossen.

Seit Fertigstellung mussten Anleger bereits mehrfach auf versprochene Ausschüttungen verzichten. Der Fonds hat bis jetzt insgesamt lediglich 4 Prozent ausgeschüttet. Als Grund hierfür wurde angegeben, die Pächterin (NAWARO Bioenergie Park „Güstrow“ GmbH) könne nur erheblich geringere Pachtzahlungen leisten. Ihre Kosten seien unvorhersehbar gestiegen und die Effizienz müsste gesteigert werden, sonst drohe die Pleite. Um sich aus der finanziellen Schieflage zu befreien, wurden inzwischen Sanierungsmaßnahmen eingeleitet.

Im Übrigen stehen Umstrukturierungsmaßnahmen an. Das bisherige Pachtmodell soll in ein sogenanntes Betriebsführungs- bzw. Betreibermodell umgewandelt werden. Gründe sollen vor allem steuerlicher Art und die Möglichkeit der direkteren Einflussnahme sein.

Viele Anleger fühlen sich nicht ausreichend über die Situation der Beteiligung informiert und in die Entscheidungsfindung eingebunden. Die aktuelle Lage sollte Anlass genug sein, um Zweifel an den bisherigen Planungen aufkommen zu lassen. Bei Beteiligungen wie dieser können Anlegern erhebliche Verluste bis hin zum Totalverlust drohen.

Das Landgericht Frankfurt am Main entschied bereits im Sinne einer Klägerin, die sich nur unzureichend von ihrer Bank beraten fühlte. Tragendes Argument war, dass der Anlageberater auf die negative Berichterstattung der Wirtschaftspresse im Rahmen der Fondsdarstellung hätte hinweisen müssen. Das Gericht verurteilte die Beklagte zur Rückabwicklung der Beteiligung.

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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