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KGAL INFRACLASS ENERGIE 5

InfraClass Energie 5 GmbH & Co. KG

Der Fonds

Der Fonds Infraclass Energie 5 wurde im Jahre 2009 und 2010 von der KGAL GmbH & Co. KG platziert. Es handelt sich um einen Infrastrukturfonds zur Gewinnung und Einspeisung von Energie durch bestehende oder neu zu errichtende Solaranlagen, an dem sich 3.831 Anleger beteiligt haben. Das Investitionsvolumen des Fonds beläuft sich auf rund 247 Millionen Euro, wobei circa 145 Millionen Euro fremdfinanziert wurden. Eine Beteiligung war ab einer Mindestzeichnungssumme von 10.000 Euro zzgl. Agio möglich. Die erstmalige Kündigung wurde laut Datenblatt auf Ende 2035 festgelegt. In der Prognoserechnung wird davon ausgegangen, dass bis zum Jahre 2024 circa 190 Prozent im Bezug auf die geleistete Einlage ausgeschüttet werden.

Die Situation

Die gesetzlich normierten Einspeisevergütungen sollten dem KGAL Infraclass Energie 5 Fonds eine hohe Stabilität gewähren. Nach gutem Start konnten die aufgestellten Kalkulationen des Fonds daher zunächst eingehalten oder sogar übertroffen werden. In den letzten Jahren zogen allerdings schwarze Wolken über den spanischen Solaranlagen auf. Die spanischen Solaranlagen machen einen Anteil von rund 50 Prozent der gesamten Gesellschaft aus. Einer Mitteilung der Fondsgesellschaft lässt sich entnehmen, dass die spanische Regierung plant, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verändern. Dies hätte eine massive Änderung der Vergütung zur Folge, sollten die Gesetze in der diskutierten Form beschlossen werden. Bereits jetzt wurde zum Nachteil der Anleger eine Steuer von 7 Prozent auf Stromerlöse erhoben sowie ein Dekret beschlossen, dass die völlige Abkehr von der bisherigen Förderung erneuerbarer Energien in Spanien andeutet. Auf Grund dieser Entwicklung hat die Fondsgesellschaft keine Ausschüttungen mehr vorgenommen.

Die spanische Regierung hat zudem im Vorgriff auf diese Änderungen die Abschlagszahlungen für die eingespeiste Strommenge erheblich reduziert. Die Fondsgesellschaft prüft nun zwar rechtliche Schritte gegen die spanische Regierung, allerdings ist unklar, ob eine tatsächliche Handhabe besteht. Sollten die aktuellen Restrukturierungsbemühungen der Fondsgeschäftsführung und die Gespräche mit den wichtigsten Partnern vor Ort nicht von Erfolg geprägt sein, ist aktuell nicht auszuschließen, dass die Objektgesellschaften Osa de la Vega und Toledo in die Situation kommen werden, einen Insolvenzantrag stellen zu müssen. Dieses Szenario hätte gravierende Folgen für die aufgestellten Kalkulationen.

Darüber hinaus hat auch die italienische Regierung über eine Änderung der Einspeisetarife für Photovoltaikanlagen verfügt, was sich voraussichtlich negativ auf die Betreiber von Photovoltaikanlagen auswirken wird.

Grundsätzlich problematisch stellen sich für viele Anleger außerdem die langen Laufzeiten beziehungsweise der früheste Kündigungstermin dar. Die Laufzeiten können je nach tatsächlichem Ertrag erheblich variieren, wodurch Anleger unter Umständen deutlich länger als geplant an ihre Beteiligung gebunden sind. Verläuft der Fonds nicht wie geplant und muss dadurch die Laufzeit angehoben werden, ist ein vorzeitiger Ausstieg nicht oder nur mit erheblichen Verlusten möglich.

Auch die Kalkulationen bezüglich der verwendeten Photovoltaikmodule wurden in der Fachpresse teilweise kritisch betrachtet, da die Lebensdauer der Module lediglich auf Prognosen basiert und wenige Erfahrungswerte bestehen.

Der Fonds KGAL Infraclass Energie 5 wird auf der Plattform www.zweitmarkt.de bereits zu weniger als einem Drittel des ursprünglichen Wertes gehandelt. (Stand 07.07.2017)

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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