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Leonidas VII H2O

Leonidas VII H2O

Anleger des Wasserfonds Leonidas VII bangen um ihr Kapital. Der vom Emittenten Leonidas Associates aufgelegte Fonds sollte mit der steigende Nachfrage nach Wasser erhebliche Gewinne erwirtschaften. Die aktuelle Entwicklung des Fonds ist jedoch gegenläufig.

Der Fonds

Gegenstand des Wasserfonds ist die Erschließung oder Aufbereitung von Wasser(quellen). Das vorhandene Kapital sollte dabei in Höhe von 10 bis 100 Millionen Euro pro Anlage in verschiedene Anlageobjekte investiert werden. Geplant war im Speziellen, das eingeworbene Kapital für unterschiedliche Anlagen zu nutzen. Die Anlage wurde mit einer hohen Investitionssicherheit (Diversifikation) beworben, die vor allem durch staatliche Verträge bzw. Lizenzen erzielt werden sollte. Für Anleger war eine Beteiligung ab 10.000 Euro plus fünf Prozent Agio möglich. Die Gesamtausschüttung wurde mit 363 Prozent nach Steuern zum Ende der Laufzeit prognostiziert, der Verkaufserlös der Anlagen wurde dabei mit 100 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises einbezogen wurde. Der Fonds sollte bis zum 31.12.2032 laufen und ist damit grundsätzlich langfristig ausgelegt.

Eine Beteiligung war ab 20.000 Euro plus 5 Prozent Agio möglich. Als sicheres Investment wurde die Anlage aufgrund ihrer Branche, des Standorts, ihrer Fortschrittlichkeit und des ausgeklügelten Konzepts angepriesen.

Die Situation

Nach den ersten im Jahre 2012 getätigten Investitionen in Wasseraufbereitungsanlagen kam mit dem aktuellen Jahresbericht 2016 die große Überraschung: Das gesamte Anlagevermögen beträgt nur noch circa 1,7 Millionen Euro. Im Jahresbericht 2015 sind hingegen noch rund 17 Millionen Euro ausgewiesen. Die gravierende Differenz liegt laut Fondsverwalter an der Umschichtung der gehaltenen Beteiligungen und Wertpapiere der Leonidas Associates VII H2O KGaA in den Signina Capital Funds – SC Water Infrastructure FL sowie des Luxemburger Signina Fonds in die Signina Capital Funds nach Liechtenstein.

Diese Umschichtung wurde in der Fachpresse kritisch aufgefasst, da die Diversifikation entgegen der ursprünglichen Strategie damit fast gänzlich aufgegeben wird. Als besonders alarmierendes Indiz stellt sich insoweit auch die erhebliche Abschreibung der Vermögenswerte dar, welche in den Büchern teilweise nur noch in Höhe von Erinnerungswerten vorhanden sind. Viele der betroffenen Anleger hofften anfangs noch auf eine nur temporäre oder buchhalterische Wertminderung, verursacht durch die vorgenommenen Umschichtungen. Davon kann mittlerweile indes nicht mehr ausgegangen werden, da sich die Signina Capital Funds AGmvK seit Mitte 2015 in Liquidation befindet. Dadurch drohen aktuell hohe Verluste bis hin zum Totalverlust.

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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