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Holland Nr. 64 - Vierundsechzigste IFH geschlossener Immobilienfonds

Holland Nr. 64 - (Wölbern Holland 64)

Der Fonds

Der Fonds Holland Nr. 64 IFH Immobilienfonds wurde von dem Initiator Wölbern Invest im Jahre 2008 emittiert und in den Jahren 2008 und 2009 platziert. Die Vierundsechzigste IFH geschlossener Immobilienfonds für Holland GmbH & Co. KG (Wölbern Holland 64) investierte in zwei Gewerbeimmobilien in den Niederlanden, namentlich das Investitionsobjekt Meander 651, 6825 ME Arnheim und Investitionsobjekt Toekanweg 7, 2035 LC Haarlem. Das Investitionsvolumen beträgt rund 60 Millionen Euro. Davon haben 975 Anleger rund 31 Millionen Euro Eigenkapital aufgebracht. Der Rest in Höhe von 28 Millionen Euro wurde als Fremdkapital veranschlagt. Die Laufzeit des Fonds wurde mit 11 Jahren angegeben.

Die Situation

Der Fonds befindet sich in wirtschaftlicher Schieflage. Eine Neubewertung der finanzierenden Bank – der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank AG (DG HYP) in Hamburg – ergab, dass die Immobilie aktuell weit weniger wert ist als ursprünglich kalkuliert. Ohne klare Nennung im Prospekt wurde mit der Bank eine sogenannte Covenant-Klausel (Deckung) vereinbart. Zu diesem Zweck wurde eine Loan-to-Value-Quote (LTV-Quote) mit in den Vertrag aufgenommen. Praktische Bedeutung bekommt diese LTV-Quote immer dann, wenn der jährlich per Gutachten ermittelte Immobilienwert im Verhältnis zum Darlehensstand unter einen bestimmten Wert fällt. In dem Fall ist die Bank berechtigt, weitere Sicherheiten zu fordern. Im schlechtesten Fall kann die Bank sogar das gesamte Darlehen zur Rückzahlung fällig stellen, was in der Praxis häufig zu einer Zwangsverwertung der Immobilie führt. Dabei kommen Anleger häufig schlecht weg oder gehen völlig leer aus.

Vereinbart wurde beim Hollandfonds 64, dass das Darlehen nicht höher als 61,6 Prozent des Immobilienwertes valutieren darf. Diese Loan-to-Value-Quote wurde jedoch mehrmals verletzt. Zunächst führte eine Bewertung der DG HYP zu einem LTV-Wert in Höhe von 65,7 Prozent. Nach erfolglosen Verhandlungen seitens des Fondsmanagements mit der DG HYP verpfändete diese sämtliche liquide Mittel des Fonds. Diese Entwicklung verschärfte sich im Laufe der Zeit sogar noch weiter und zwar in der Form, dass eine erneute Bewertung sogar einen LTV-Wert in Höhe von ca. 131 Prozent ergab. Dem Geschäftsbericht der neuen Geschäftsführung - Paribus Treuhand Dienstleistung GmbH - ist zu entnehmen, dass Auszahlungen an die Anleger auf Grund des Covenant-Bruches sowie der unsicheren Zukunftsperspektiven nicht möglich sind. Die kumulierten Auszahlungen betragen bis dato lediglich 14 Prozent, statt der im Prospekt verzeichneten 32 Prozent.

Der Fonds selber beurteilt die Situation als „sehr kritisch“, da der niederländische Immobilienmarkt keine spürbare Erholung vermuten lässt.

Der ehemalige Geschäftsführer des Wölbern Fonds Holland 64 Prof. Dr. Heinrich Maria Schulte wurde mittlerweile vom Landgericht Hamburg zu 8,5 Jahren verurteilt, wobei die Staatsanwaltschaft sogar Revision eingelegt hat. Sie gehe bei der Strafzumessung nicht mit der Entscheidung des Gerichtes konform und das, obwohl es sich hierbei um die längste Strafe handelt, die jemals in einem Wirtschaftsprozess verhängt wurde.

Schulte wurde verurteilt, da er horrende Summen aus den Finanzpools der Wölbern Fonds unrechtmäßig entwendet haben soll. Dem Geschäftsbericht des Holland Fonds 64 ist ein widerrechtlich entwendeter Betrag von 3,6 Millionen Euro zu entnehmen. Die Chancen, Geld direkt von Herrn Prof. Dr. Heinrich M. Schulte zurückzuerlangen, gehen tendenziell gegen Null.

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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