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SHB Innovative Fondskonzepte - Erlenhofpark-Unterhaching

SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Erlenhofpark München-Unterhaching KG (Sonnenhöfe Unterhaching GmbH & Co. KG)

Der Fonds

Der Fonds SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Erlenhofpark München-Unterhaching KG wurde im Jahre 2004 auf den Markt gebracht und 2006 abschließend aufgelegt. Das Gesamtinvestitionsvolumen wurde mit 168 Millionen Euro prospektiert, wobei 96 Millionen Euro als Eigenkapital veranschlagt wurden. 66 Millionen Euro sollten fremdfinanziert werden und weitere 6 Millionen Euro sollten aus Mieteinnahmen generiert werden. Die Laufzeit wurde innerhalb des Prospekts mit rund 29 Jahren deklariert.

Anleger konnten zwischen mehreren Beteiligungsmodellen wählen: „RENDITEMAXX“, „Clevere Kombi“, „IMMORENTE Plus“, „IMMORENTE“ und schließlich „CLASSIC“. Anleger, die die Zeichnungssumme nicht auf einmal aufbringen konnten, wurde mit der Anlageform „IMMORENTE Plus“ und „IMMORENTE“ Ratenzahlung ermöglicht. Ausschüttungen wurden in Höhe von 6% oder mehr p.a. prognostiziert. Eine Kündigung ist nach dem Gesellschaftsvertrag frühestens zum 31.12.2022 möglich.

Die Situation

Der Fonds hat ca. 107 Millionen Euro in den Erlenhofpark München-Unterhaching (Gewerbepark) investiert und im Zuge dessen 94% der Objekt-Kommanditgesellschaft erworben. Die Fondsgesellschaft investierte damit nicht direkt in Immobilien, sondern in einen Zielfonds aus eigenem Hause. Weitere Immobilieninvestitionen waren nicht vorgesehen. Daneben sollten noch Investitionen in einen breit gestreuten Aktienfonds der DWS zur Liquiditätsreserve erfolgen. Der Fonds geriet im Laufe der Zeit zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten und die Zielsetzung, dass die Immobilie Erlenhofpark-Unterhaching ihren Wert ungefähr verdoppelt, ist mittlerweile als unrealistisch zu erachten. Aktuell ist der von der finanzierenden Bank ermittelte Restwert der Immobilie nur noch unwesentlich höher als das auf ihr verbleibende Darlehen, auf dessen Rückzahlung die Bank pocht. Bei einer vollständigen Verwertung – also dem Verkauf der Investitionsobjekte - bleibt für die Anleger daher wahrscheinlich so gut wie nichts übrig, da die Forderungen der kreditgebenden Banken bevorzugt bedient werden.

Nach Angaben des Fondsmanagements waren außerdem noch etwa 50 Millionen Euro in Form von Ratenzahlungen (IMMORENTE) offen, die fortan gezahlt werden sollten, um das Fondskonzept am Leben zu erhalten. Zur Diskussion stand daneben die Sanierung mittels eines teuren Kredits.

Bedenken bezüglich einer weiteren Schädigung des Fonds durch rechtliche Schritte seitens der Anleger können ausgeräumt werden. Bei einer erfolgreichen Schadensersatzklage gegenüber Dritten (bspw. Vermittlern) findet faktisch kein Kapitalabfluss zu Ungunsten der Fondsgesellschaft statt.

Als sich die Gesellschaft 2014 kurz vor der Insolvenz befand, haben sich die Gesellschafter zu einem Sanierungskonzept durchringen können, um den in Schieflage befindlichen Fonds am Leben zu erhalten. Das durchgeführte Sanierungskonzept brachte offenbar nicht den erhofften Erfolg, da aktuell auf einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 08.04.2016 über den Verkauf der Fondsimmobilien für 46 Millionen Euro abgestimmt werden soll. Warum sich der Wert der Immobilie mittlerweile fast halbiert haben soll, scheint etwas unerklärlich. In Planung ist, durch die Einnahmen des Verkaufs offene Darlehensforderungen in Höhe von ca. 34 Millionen zu tilgen. Mit diesem Ergebnis sollten Anleger alles andere als zufrieden sein, wurden doch ganz andere Versprechungen gemacht.

Durch einen aktuell geführten Prozess deutet sich außerdem an, dass die AFD GmBH (Allgemeiner Finanzdienst) Anleger teilweise nicht ausreichend aufgeklärt oder sogar falsch beraten hat. Der AFD hat viele der nun problembehafteten Beteiligungen vertrieben und stand anscheinend in Verbindung zu der SHB Gruppe, was auf einen Interessenkonflikt hindeuten kann. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

25.06.2017 - Neuigkeiten - Liquidation & Anleger zur Zahlung aufgefordert

Mit qualifizierter Mehrheit wurde im Rahmen der Gesellschafterversammlung am 13.12.2016 die Auflösung der Gesellschaft zum Ende des Jahres 2016 beschlossen. Bereits im Voraus wurde laut Mitteilung der Fondsgeschäftsführung von einigen Kommanditisten entschieden, dass sie nicht auf den Innenausgleich zwischen den Gesellschaftern untereinander verzichten möchten. Grund für die Auflösung war der vorausgegangene Verkaufsbeschluss in der Gesellschafterversammlung im April. Durch den Verkauf der Immobilien habe sich der Gesellschaftszweck erledigt - ein Nachkauf neuer Immobilien sei im Gesellschaftsvertrag nicht vorgesehen. Damit wird die Gesellschaft noch deutlich vor dem frühesten Kündigungstermin (31.12.2020) beendet.

Aktuell fordert die Gesellschaft auch Anleger zur Zahlung auf. Betroffene Anleger, die sich unsicher sind, wie die weitere Abwicklung ablaufen wird oder die sich mit Zahlungsaufforderungen konfrontiert sehen, sollten anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen und ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen lassen.

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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