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SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Altersvorsorgefonds KG

SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Altersvorsorgefonds KG

Der Fonds

Der Fonds SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Altersvorsorgefonds KG wurde im Jahre 2006 auf den Markt gebracht und 2008 abschließend aufgelegt. Der Fonds beteiligt sich als mehrstufiger Dachfonds an geschlossenen Immobilienfonds. Zielfonds waren die LHI Immobilienfonds GmbH & Co. Technologiepark Köln Beteiligungs KG sowie die SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Objekte München-Dornach Besitz KG. Der Fonds LHI Technologiepark Köln besaß wiederum Anteile an dem Fonds „NARAT GmbH & Co. KG, der in sieben verschiedene Immobilienobjekte investierte. Darüber hinaus war laut Prospekt eine weitere Investition in Höhe von 100 Millionen Euro geplant. Die Finanzierung des Fonds sollte zu einem erheblichen Teil aus Fremdkapital vorgenommen werden.

Anleger konnten zwischen mehreren Beteiligungsmodellen wählen: „RENDITEMAXX“, „Clevere Kombi“, „IMMORENTE Plus“, „IMMORENTE“ und schließlich „CLASSIC“. Anleger, die die Zeichnungssumme nicht auf einmal aufbringen konnten, wurde mit „IMMORENTE Plus“ und „IMMORENTE“ Ratenzahlung ermöglicht. Damit sollte es sich einem Werbeprospekt der Gesellschaft zufolge um eine „inflationsgeschützte Altersvorsorge“ handeln. Hierfür wurden Ausschüttungen von 6% oder mehr p.a. prognostiziert. Eine Kündigung ist nach Gesellschaftsvertrag mit einer Frist von sechs Monaten zum Jahresende möglich, frühestens allerdings zum 31.12.2021.

Die Situation

Entgegen der Annahme vieler Anleger erwarben sie mit dem Fonds keine direkte Beteiligung an Immobilien. Die Fondsgesellschaft hat vielmehr in diverse Zielgesellschaften mit Einlagen größeren Umfangs investiert.

Nachdem zeitweise Tilgungszahlungen des Fonds ausgesetzt werden mussten, unter anderem aus Gründen ungünstiger Wechselkursverhältnisse und der angespannten Vermietungssituation der Immobilie Dornach, reißen die Hiobsbotschaften für die Anleger des Dachfonds SHB Innovative Fondskonzepte GmbH & Co. Altersvorsorgefonds KG nicht mehr ab.

Der neue Geschäftsführer Marc-Christian Schraut teilte mit, man sei zu dem Ergebnis gekommen, dass der Fonds innerhalb seiner Konstruktion erhebliche Mängel aufweise und die vorherige geschäftliche Führung zur aktuell schwierigen Situation beigetragen habe, weswegen nun dringend gehandelt werden müsse. Schraut präsentierte sich hier als Problemlöser mit Verbindungen zu den vermeintlich erfolgreichen Unternehmern im Immobilienbereich Stephan Schäfer und Jonas Köller (S&K-Gruppe/S&K-Skandal mit mehr als 11.000 Geschädigten). Schäfer und Köller befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft. Seit September 2015 wird ihnen vor dem Landgericht Frankfurt wegen Betruges und Untreue der Prozess gemacht.

Die negativen Entwicklungen setzten sich fort. Aufgrund der Loslösung des Schweizer Frankens vom Euro kam es zu massiven Kursverlusten. Bedingt durch den hohen Anteil an Fremdkapital in Schweizer Franken bestehen Verbindlichkeiten in Höhe von 35 Millionen Euro. Das betrifft vor allem den LHI Technologiepark Köln. Dieser droht wirtschaftlich untragbar zu werden. Da eine Sanierung nicht beschlossen werden konnte, versagten die finanzierenden Banken eine weitere Verlängerung der Kredite. Über den LHI Technologiepark Köln wurde das vorläufige Insolvenzverfahren eröffnet. Für Anleger des Fonds droht in Folge dieser Entwicklung ein weitreichender Kapitalverlust. Besonders betroffen sind Anleger der „IMMORENTE“ und „IMMORENTE PLUS“, da sie weiter Ratenzahlung leisten.

Inzwischen sind von einigen Oberlandesgerichten Prospektfehler festgestellt worden. Insbesondere aufgrund der fehlerhaften Darstellung der Eignung zur Altersvorsorge entschieden die Oberlandesgerichte in Naumburg am 26.11.2014 und München am 08.04.2015 zu Gunsten der Anleger auf Schadensersatz. Darüber hinaus finden sich auch in der Entscheidung des Kammergerichts Berlin vom 11.05.2015 gute Gründe für eine Haftung. Die Entscheidungen sind nicht rechtskräftig.

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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