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US HYPOTHEKEN RENDITEFONDS 1 & 2

US HYPOTHEKEN RENDITEFONDS GmbH & Co. KG 1 & 2

Der Fonds

Die zwischen 2006 und 2008 aufgelegten Renditefonds der HPC Capital GmbH hatten zum Ziel, Hypotheken an gewerbliche Kreditnehmer mit möglichst hohen Zinsen innerhalb der USA zu vergeben. Besonderes Augenmerk lag laut der Betriebsunterlagen auf der Sicherheit des Konzepts bei guten Renditechancen. Geplant war, dieses Vorhaben über eine US-Tochtergesellschaft zu realisieren, wobei die Darlehen durch Grundschulden gesichert sein sollten. Zudem wurde eine maximale Beleihungsgrenze von 80 Prozent im Verhältnis zum gutachterlich ermittelten Verkehrswert festgelegt. So sollten die beiden Renditefonds einen beachtlichen Kapitalmittelrückfluss ermöglichen, im Fall des zweiten geschlossenen Immobilienfonds US Hypotheken Renditefonds 2 in Höhe von bis zu 167 Prozent. Das Gesamtvolumen der beiden Fonds belief sich auf rund 60 Millionen US-Dollar.

Die Situation

Wie bei solchen Investitionen üblich, floss nur ein Teil des Kapitals in die Investments. Ein Teil des Kapitals wurde für das Agio in Höhe von 5 Prozent sowie weitere Weichkosten in Höhe von 10 Prozent verwendet. Die Fonds liefen in ihrer Anfangsphase planmäßig. Mit dem Kapital sind zwei Portfolios, bestehend aus vielen Einzeldarlehen, entstanden. Der Hypothekenfonds 1 vergab ca. 32,7 Millionen US-Dollar und der Hypothekenfonds 2 ca. 22,3 Millionen US-Dollar - gestreut über die gesamte USA. Kurz nach dieser Anlaufphase gab es auch noch Rückflüsse aus planmäßigen Kreditrückführungen. Die dann einsetzende Immobilienkrise in den USA traf die beiden Fonds jedoch ausgesprochen hart. Der Hypotheken Renditefonds 1 schrumpfte in seinem Wert fast auf die Hälfte (12,1 Millionen US-Dollar). Den zweiten Fonds hingegen erwischte es noch milde, da sein Wert nur um 4 Millionen US-Dollar sank. Der Wert der beiden Fonds belief sich zusammen nur noch auf 26 Millionen US-Dollar.

Die Negativentwicklung ging jedoch weiter. Das Portfolio der beiden Fonds bestand inzwischen nicht mehr aus Krediten, sondern aus Immobilien. Die ihrer Kategorie nach sehr unterschiedlichen Objekte erfordern einen weitaus höheren Verwaltungsaufwand und damit höhere Kosten, die so nie in die ursprüngliche Kalkulation eingeflossen sind. Laut HPC waren die beiden Fonds zu diesem Zeitpunkt nur noch 21,2 Millionen US-Dollar wert.

Als wäre das nicht genug, warf HPC Capital seinem wichtigsten Partner in der USA vor, gemeinsam mit einem Netzwerk anderer Beteiligter Fondsobjekte zu Dumpingpreisen in Zwischengesellschaften verschoben und dann teurer weiterveräußert zu haben. Der Wert der beiden Fonds wurde nach dem angeblichen Betrugsskandal jetzt nur noch mit 13,7 Millionen US-Dollar beziffert.

Die Geschäftsführung gibt Ende 2015 an, dass beide Fonds auf Grund von weiteren Kosten und Verbindlichkeiten vermutlich nicht mehr als 6 Millionen US-Dollar wert sind. Mittlerweile muss sogar von einem Verlust von über 90% des eingesetzten Anlegerkapitals ausgegangen werden.

2016 - Aktuelles aus Florida

Die rund 1800 Anleger der Fonds haben einen Erfolg errungen. Eine wichtige amerikanische Partnerfirma der von der HPC Capital aufgelegten US Hypothekenfonds wurde wegen Unterschlagung und Veruntreuung schuldig gesprochen. Gefordert waren 8,8 Millionen US-Dollar sowie die Erstattung der Prozesskosten. Die Geschworenen verurteilten die Beklagten darüber hinaus sogar wegen schweren bandenmäßigen Betrugs nach dem RICO-Act, was aufgrund der hohen Hürden besonders selten vorkommt. Die tatsächlich zu erwartende Höhe des zugesprochenen Schadensersatzes ist zwar noch unklar, allerdings stellt sich nach dem erfolgreichen Verfahren jetzt schon die Frage, ob die Anleger jemals etwas von der Wiedergutmachung zu spüren bekommen, da bei den Beklagten keine ausreichenden finanziellen Mittel vermutet werden. Weitere Prozesse seitens des Fondsmanagements gegen andere Beschuldigte seien in Vorbereitung.

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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