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HSC Optivita VII UK

HSC Optivita VII UK GmbH & Co. KG

Der Fonds

Die Emission des Fonds HSC Optivita VII UK (HSC Optivita 7 UK) erfolgte im Jahre 2006. Das Emissionshaus des Fonds ist die HSC (Hanseatische Sachwert Concept) und damit eine Tochterfirma der HCI Capital Gruppe. Das Investitionsvolumen betrug bei Platzierung ca. 96 Millionen Euro. Die Anleger brachten davon knapp 50 Millionen Euro an Eigenkapital ein, der Rest wurde fremdfinanziert.

Die Fondsgesellschaft, die an der Zielgesellschaft HSC Optivita VII UK LP 100 % der Beteiligungen hält, sollte in mehr als 3.900 britischen Kapitallebensversicherungen investieren. Gemäß der Konzeption des Fonds war der Zweck der Gesellschaft der Handel und die Verwaltung dieser britischen Versicherungspolicen, welche auf dem Zweitmarkt erworben wurden. Die Laufzeit des Fonds wurde bis zum 31.12.2021 festgelegt. Die Mindestbeteiligungssumme wurde im Prospekt mit 5.000 Euro (zzgl. 5 % Agio) angegeben. Der Fonds sollte bis zu 215 % Ausschüttungen generieren, die weitgehend steuerfrei vereinnahmt werden können.

Die Situation

Die geplanten Ausschüttungen des Fonds HSC Optivita VII UK blieben Wunschdenken. Wie viele seiner Art, geriet der Lebensversicherungsfonds durch die veränderte Lage auf den britischen Kapitalmärkten zunehmend in eine finanzielle Schieflage. Die Schlusszahlungen der erworbenen und verwalteten Lebensversicherungen wurden gravierend herabgesetzt. Entsprechend gesunken ist auch der Rückkaufswert der Versicherungspolicen.

Forciert wurde diese Situation dadurch, dass - anders als bei Lebensversicherungen in Deutschland - die Versicherungsunternehmen berechtigt sind, das eingezahlte Kapital weit überwiegend in Aktien zu investieren. Dadurch sind Lebensversicherungsfonds die als Basis den britischen Lebensversicherungsmarkt wesentlich stärker abhängig von der Entwicklung auf den weltweiten Kapitalmärkten als es deutsche Versicherungen sind.

Nachteilig für Anleger sind vor allem die hohen Weichkosten des Fonds, insbesondere die hohen Kosten des Managements und die Vergütung der Treuhänder. Darüber hinaus wird die ethische Vertretbarkeit diskutiert, weil hier ein Handel mit dem kalkulierten Tod der Versicherten erfolgt. Aus der Leistungsbilanz der HCI Gruppe geht hervor, dass die kumulierten Ausschüttungen zeitweise bereits 30 % unter Plan lagen. Anleger müssen mit gravierenden Verlusten rechnen, da nach Experten mit einer Erholung der Marktverhältnisse auf dem Zweitmarkt für britische Lebensversicherungen nicht zu rechnen ist. Im schlechtesten Fall droht sogar der Totalverlust der Einlage.

Die Anteile des HSC Optivita VII UK werden auf der Plattform www.zweitmarkt.de nur noch mit verringertem Wert gehandelt (37 Prozent am 11.02.2016).

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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