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HCI SHIPPING SELECT 26

AUCH: HCI CAPITAL SHIPPING SELECT XXVI

Der Fonds

Der im Jahre 2008 aufgelegte Dachfonds HCI Shipping Select 26 der HCI Capital AG hatte zum Ziel, in verschiedene Zielfonds im Bereich der Schifffahrt zu investieren. Geplant war laut Prospekt die Beteiligung an vier Plattformversorgern:

Hellespont Daring
Hellespont Dawn
Hellespont Defiance
Hellespont Drive

sowie an vier Produkten- und Chemikalientankern:

Hellespont Centurion
Hellespont Challenger
Hellespont Charger
Hellespont Chieftain

Das Gesamtinvestitionsvolumen des Fonds wurde mit rund 180 Millionen Euro ausgewiesen. Dieser Betrag wurde durch eine Fremdfinanzierung in Höhe von ca. 115 Millionen Euro aufgebracht. Die restlichen 65 Millionen Euro wurden in Form von Eigenkapital der Anleger eingebracht. Das Fremdkapital sollte demnach einen erheblichen Teil der Investition ausmachen. Den 1.900 Anlegern wurde ein Gesamtmittelrückfluss in Höhe von 204 Prozent bei einer Vermögensmehrung von 4 bis 9 Prozent p.a. nach Steuern prognostiziert. Im Jahre 2021 sollte durch den Verkauf eine abschließende Ausschüttung von circa 114 Prozent erfolgen.

Die Situation

Sämtliche der finanzierten Zielfonds wurden mittlerweile von der anhaltenden Krise, in der sich die Schifffahrt nach wie vor befindet, erfasst. Der Situation entsprechend geriet der Dachfonds HCI SHIPPING SELECT 26 zunehmend in schwere finanzielle Schieflage. Ausschüttungen blieben aus. Trotz eingeleiteter Sanierungsmaßnahmen und laut Geschäftsbericht „intensiver Restrukturierungsbemühungen“ musste für die C-Schiffe Anfang 2012 Insolvenzantrag gestellt werden.

Auch für die D-Schiffe des Fonds wurden Sanierungsmaßnahmen beschlossen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden jedoch von den finanzierenden Banken als nicht tragfähig erachtet, weswegen diese ihre Zustimmung zu dem Konzept verweigerten. Vor diesem Hintergrund erachten sowohl die Geschäftsführung als auch der Beirat des HCI Shipping Select 26 die Fortführung für zu risikoreich. Grund sei die unsichere Marktlage und das unkooperative Verhalten der Banken. Da sich alle acht finanzierten Schiffe mittlerweile in Insolvenz befinden oder verkauft worden sind, steht es schlecht um die Gelder der Anleger. Nach anfänglichen Berechnungen bleibt am Ende maximal die Hälfte der eingezahlten Gelder erhalten – für viele Anleger ein untragbarer Zustand.

Immer mehr Gerichte sind zudem der Auffassung, dass Anleger in vielen Fällen unzureichend aufgeklärt oder falsch beraten wurden. So ergingen bereits diverse Urteile gegen Banken und Anlagevermittler - unter anderem vor den Landgerichten Magdeburg, Itzehoe, Bremen sowie Chemnitz. Das Landgericht Hamburg stellte am 17.11.2015 sogar fest, dass der Prospekt des Dachfonds massive Fehler aufweist. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Für betroffene Anleger ist die Rechtsprechung von enormer Bedeutung, da Anleger des Fonds sich dann unter Umständen auf die Fehlerhaftigkeit des Prospektes berufen können und es auf den Nachweis einer individuellen Falschberatung nicht mehr ankommt.

Anleger sollten das eingesetzte Kapital nicht frühzeitig abschreiben und jetzt aktiv werden, da Verjährung droht.

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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