Fachanwälte für Bank- und Kapitalmarktrecht 0551 29176220kanzlei@ra-jackwerth.de
Immobilienfonds
Schiffsfonds
Kreditgeschäfte
Ökofonds
Waldfonds
Windenergiefonds

MPC MS „SANTA LAETITIA“ und MS “SANTA LIANA”

MS „SANTA LAETITIA“ Offen Reederei GmbH & Co. KG und MS “SANTA LIANA” Offen Reederei GmbH & Co KG

Der Fonds

Der Fonds der Münchmeyer Petersen Capital mit den zugehörigen Schiffen MS „SANTA LAETITIA“ und „SANTA LIANA“ wurde im Jahre 2007 aufgelegt. Entwickelt und gebaut werden sollten die Schiffe laut Prospekt durch die weltweit führende Schiffbauwerft Hyundai Heavy Industries in Südkorea. Das Gesamtinvestitionsvolumen zzgl. Agio ist im Prospekt mit rund 226 Millionen Euro ausgewiesen worden, wobei hiervon lediglich ca. 69,7 Millionen Euro Eigenkapital eingeworben werden sollten. Dem Prospekt ist zu entnehmen, dass sich die Reederei Claus-Peter Offen mit einer Kommanditkapitaleinlage in Höhe von 8 Millionen Euro am Projekt beteiligte. Außerdem warb die Reederei mit einer Kursgarantie in Bezug auf die Fremdkapitalfinanzierung in japanischen Yen. Die Ausschüttungen sollten im ersten Jahr bereits 1,75 % betragen und dann auf etwas über 7 % p.a. ansteigen. Der prognostizierte Gesamtmittelrückfluss wurde mit 205 % bis 2023 angegeben.

Die Situation

Nach der Übernahme durch die Fondsgesellschaft im Jahre 2008 wurden die Schiffe in Betrieb genommen. Durch die problematische Entwicklung des Schiffsmarktes und die generelle Krise in der Schifffahrt geriet der Fonds zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten. Bereits kurz nach dem Anlaufen der Schiffe konnten die versprochenen Ausschüttungen nicht mehr geleistet werden. Der Leistungsbilanz sind kumulierte Ausschüttungen in Höhe von insgesamt nur 1,75 % zu entnehmen – bis heute. Weiteren Ausschüttungen folgten nicht. Als Grund gab die Fondsverwaltung (TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH Co. KG) unter anderem an, dass der japanische Yen im Verhältnis zum US-Dollar unerwartet erstarkt sei. Die Wechselkursproblematik trifft den Fonds vor allem deswegen hart, da ca. 66 % Prozent der Anlage fremdfinanziert sind.

Anleger wurden inzwischen mittels Schreiben darüber informiert, dass die Möglichkeit bestand, die bisherige Komplementärin (Vierzehnte Oceanus Schiffahrts-GmbH) durch die Neunundzwanzigste Oceanus Schiffahrts-GmbH auszutauschen. Als Grund wurden Haftungsfragen angegeben. Die Anleger des Fonds MS „SANTA LAETITIA“ und MS “SANTA LIANA” konnten diesen Vorschlag gar nicht vollumfänglich bewerten, da die aktuelle Situation der Unternehmen nicht einzuschätzen ist. Es ist ungewiss, ob der Fonds sich aus der finanziellen Schieflage befreien kann.

Aus Anlegersicht ist außerdem die unzureichende Aufklärung über die Verwendung der Mittel als problematisch zu erachten. Ein erheblicher Teil des eingezahlten Geldes wurde nicht direkt in die Schiffe investiert, sondern ist zur Deckung von Weichkosten verwendet worden. Allerdings findet man dazu im Prospekt nur unzureichende Angaben und auch in der Praxis wurde über die tatsächliche Höhe nur selten ausreichend aufgeklärt.

Das Landgericht Duisburg und das Landgericht Hannover haben unter anderem auf dieser Basis bereits eine Bank wegen fehlerhafter Anlageberatung verurteilt.

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

Kontakt aufnehmen Informationen zur Erstbewertung
Startseite » Fonds » Schiffsfonds » MPC MS „SANTA LAETITIA“ und MS “SANTA LIANA”
© 2018 JACKWERTH RECHTSANWÄLTE. Impressum Datenschutz