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HCI Deepsea Oil Explorer

HCI Deepsea Oil Explorer GmbH & Co. KG

Der Fonds

Der im Jahre 2008 auf den Markt gebrachte Spezialfonds HCI Deepsea Oil Explorer GmbH & Co. KG investierte gemeinsam mit der MPC Capital zu gleichen Teilen in den Bau einer Öl-Erkundungsplattform, die vor der Küste Brasiliens eingesetzt werden sollte. Die Ölbohrplattform sollte mittelbar über die niederländische Delba Drilling International Coöperatie U.A. erworben werden. Die auf einer Werft in Abu Dhabi bestellte Plattform ist in der Lage, in sehr großen Wassertiefen bis zu 2400 Metern nach Gas und Öl zu suchen. Die Position der beweglich konzipierten Plattform kann durch ein eigenes Strahlruder auf kürzeren Strecken und mittels Schleppern und Transportschiffen auf langen Strecken verändert werden.

Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 680 Millionen US-Dollar, davon werden jeweils ca. 110 Millionen US-Dollar durch die beiden Gesellschaften HCI und MPC aufgebracht. Der gesamte Eigenkapitalanteil der etwa 5800 Anleger der HCI Deepsea Oil Explorer GmbH & Co. KG und MPC Deepsea Oil Explorer GmbH & Co. KG beläuft sich damit auf ca. 220 Millionen US-Dollar und macht rd. 32% der Gesamtinvestition aus. 460 Millionen US-Dollar wurden als Fremdkapital durch die IDB Intern-American Development Bank eingebracht. Geworben wurde mit einem Gesamtmittelrückfluss bezogen auf das eingesetzte Kapital in Höhe von 328% innerhalb von 17 Jahren.

Die Situation

Die Plattform stand bereits seit ihrem Start unter einem schlechten Stern. HCI und MPC hatten sich schon während der Produktion nicht gegen etwaige Bauverzögerungen abgesichert, deren Risiko sich sodann realisierte. Der geplante Fertigstellungstermin und der damit in Verbindung stehende Betriebstermin des Fonds HCI Deepsea Oil Explorer konnten daraufhin nicht mehr eingehalten werden. Nicht nur, dass es keine Rückversicherung gegenüber der Werft gab, sondern es waren daraufhin 95.000 US-Dollar pro Tag in Form von Ausfallentschädigungszahlungen gegenüber dem zukünftigen Mieter (einer brasilianischen Firma namens Petrobas) zu leisten. Im weiteren Verlauf flossen angeblich hohe Summen an die Werft, um die Fertigstellung der Plattform HCI Deepsea Oil Explorer den von anderen Investoren bestellten Öl-Erkundungsplattformen vorzuziehen.

Vorläufig war das Projekt nur noch durch einen ergänzenden Drittkredit in Höhe von ca. 50 Millionen Euro zu retten. Die kalkulierten Gewinne blieben allerdings weiter aus und Ausschüttungen waren frühestens ab 2017 geplant. Ob sich die Situation der Plattform komplett normalisiert, ist allerdings völlig offen. Bereits jetzt gehen die im Prospekt angegebenen Kalkulationen nicht mehr auf.

Die finanzielle Lage des Fonds ist daher als äußerst kritisch zu erachten. Die Gesellschaft steht vor der Liquidation. Im schlechtesten Fall droht für Anleger der vollständige Verlust ihrer Einlage. Denn bei einer Verwertung oder einem Verkauf der Plattform würde zuerst die finanzierende Bank bedient werden, wodurch die Anleger regelmäßig das Nachsehen haben.

Der Fonds HCI Deepsea Oil Explorer wird auf der Plattform www.zweitmarkt.de nur noch zu Bruchteilen gehandelt. (10% am 21.04.2016)

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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