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Proven Oil Canada (POC)

Proven Oil Canada (POC) Beteiligungen

Die Fonds

Nach Angaben des Emissionshauses POC – Proven Oil Canada aus Berlin ist der Geschäftszweck der Gruppe die Verwaltung von professionell gemanagten Öl- und Gasbeteiligungen in Kanada. Anleger sollten mithilfe des Unternehmens in die laufende Produktion und diverse Förderungsprojekte von (teilweise noch nicht erschöpften) Öl- und Gasquellen investieren. Geplant war außerdem auch der Kauf von Industrieflächen und Investitionen zur Erschließung von Bio-Energie Produktionsanlagen.

Infolgedessen wurden insbesondere folgende Fonds aufgelegt:

  • POC Eins GmbH & Co. KG
  • POC Zwei GmbH & Co. KG
  • POC Growth GmbH & Co. KG
  • POC Growth 2. GmbH & Co. KG
  • POC Growth 3 Plus GmbH & Co. KG
  • POC Growth 4. GmbH & Co. KG
  • POC Natural Gas 1 GmbH & Co. KG
  • POC Oikos GmbH & Co. KG

Die POC Fonds sammelten insgesamt über 350 Millionen Euro von ca. 14.000 Anlegern ein und warben überwiegend mit Ausschüttungen von rund 12% pro Jahr durch die finanzierten Objektgesellschaften in Kanada. Die Gesamtlaufzeit betrug bei allen Fonds etliche Jahre bis Jahrzehnte, wie etwa bei dem Fonds POC Eins GmbH & Co. KG mit einer Laufzeit von 20 Jahren. Dieser Fonds warb beispielsweise mit einem prognostizierten Gesamtmittelrückfluss von 280%.

Betont wurde zudem die Sicherheit der Investitionen, da nur in bereits erschlossene Quellen investiert werden sollte, die bloß noch abgeschöpft werden müssten. Bestätigt werden sollte diese Möglichkeit der sinnvollen Ausschöpfung durch unabhängige Gutachter („Sproule Associates“). Eine Beteiligung durch Anleger war ab einer Zeichnungssumme von 10.000 Euro zzgl. Agio möglich.

Die Situation

Für die Anleger der Fonds „Proven Oil Canada“ rissen die Hiobsbotschaften nicht ab als die Fonds über die Jahre zunehmend in finanzielle Schwierigkeiten gerieten. Als Auslöser wurden die sinkenden Öl- und Gaspreise genannt. Hinzu traten fehlerhafte Planungen und undurchsichtige Unternehmensstrukturen der Blind-Pool-Fonds. Zwischenzeitig wurden sogar bereits geleistete Auszahlungen zurückgefordert, um den Gesellschaften frische Liquidität zu verschaffen. Begründet wurde dies mit dem in Erscheinung getretenen Umstand, dass der Kreditgeber der Kanadischen COIG Limited Partnership das Kreditmanagement kritisch prüfen würde und dadurch die konkrete Gefahr einer Kreditkündigung bestanden haben soll.

Kritik wurde auch an den hohen Managementkosten der POC Gesellschaften und der COGI laut, da man davon ausgehen konnte, dass trotz der prekären Lage ein nicht nur unerheblicher Teil der zurückgeforderten Auszahlungen als Weichkosten direkt in die Bezahlung des Managements floss.

Als besonders skandalträchtig stellte sich auch die fehlende Transparenz der Geschäftsführung dar. Diese hat den Gesellschaftern selbst auf Anfrage keine testierten Jahresabschlüsse der Objektgesellschaften zur Verfügung gestellt.

Nach mehreren aufreibenden Gesellschafterversammlungen und eingebrachten Sanierungskonzepten wurde nun klar, dass sich die Situation der betroffenen POC Fondsgesellschaften noch schlechter darstellt, als man bislang vermutetet hatte. Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der COGI Limited Partnership wurde eröffnet, nachdem ein zwischenzeitig eingeleitete Insolvenzplanverfahren (CCAA-Verfahren) gescheitert war.

Die Liquidation der Gesellschaften bedeutet für die Anleger vermutlich den totalen Verlust ihrer Einlage, da die finanzierenden Banken vorgezogen bedient werden und nach aktuellem Stand wohl nicht einmal mehr ausreichend Kapital zur Erfüllung dieser Forderungen zur Verfügung steht.

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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