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KGAL TimberClass 1 - Nachhaltige Waldinvestments in den USA

TimberClass 1 GmbH & Co. KG

Der Fonds

Die Platzierung des geschlossenen Waldfonds KGAL TimberClass 1 erfolgte in den Jahren 2008 und 2009. Initiator des Fonds ist die KG Allgemeine Leasing GmbH & Co., Grünwald bei München (KGAL). Das Gesamtinvestitionsvolumen wurde zwischen 31,5 und 367,5 Millionen US-Dollar angegeben. Das Agio wurde mit 5 % angegeben. Eine Fremdfinanzierung war nicht vorgesehen.

Bei dem Fonds handelt es sich um einen geschlossenen Fonds, der mittelbar und anteilig in Waldflächen investiert. Gewinne sollten dabei durch Holzverkäufe und am Laufzeitende durch den Verkauf der Waldflächen erwirtschaftet werden. Ausschüttungen sollten jährlich und abhängig vom Holzeinschlag ab 2010 in Höhe von 1 % bis 7 % erfolgen. Der daraus kalkulierte Gesamtmittelrückfluss wurde mit 170 % bis 210 % prognostiziert.

Die Mindestzeichnungssumme ist auf 15.000 US-Dollar (zzgl. 5 % Agio) festgelegt worden. Der späteste Zeichnungszeitpunkt war laut Prospekt der 31.12.2009.

Das Laufzeitende des Fonds wurde mit dem 31.12.2019 angegeben, wobei die Möglichkeit zur Verlängerung durch den geschäftsführenden Gesellschafter um jeweils ein Jahr für drei Jahre in Folge bestand.

Die ordentliche Kündigung des Gesellschaftsvertrages ist erstmals zum 31.12.2022 möglich.

Die Situation

Bis Mitte 2009 haben sich etwa 3.400 Anleger über den Fonds TimberClass 1 GmbH & Co. KG an dem Erwerb und der Bewirtschaftung von Waldflächen in den USA beteiligt. Die Investitionsphase des Fonds war laut Geschäftsbericht der KGAL im Januar 2010 abgeschlossen. Das Portfolio des Fonds umfasste zu diesem Zeitpunkt insgesamt rund 608.000 Hektar Waldflächen in den vier US-amerikanischen Bundesstaaten Texas, Louisiana, Georgia und Alabama.

Der Fonds blieb deutlich hinter seinen Erwartungen zurück. In den Geschäftsberichten der KGAL wird auf die schlechte wirtschaftliche Lage verwiesen, die auf den stark eingeschränkten Absatzmarkt für Bauholz und die damit einhergehenden geringen Holzpreise zurückzuführen sei. Ausschüttungen wurden nicht planmäßig geleistet. Die Geschäftsführung spricht zwar laufend von positiven Entwicklungstendenzen, die aber aus Vorsichtgründen erst zum Ende der Fondslaufzeit im Wege von Ausschüttungen an die Anleger weitergegeben werden sollen. Im Klartext heißt das, dass der Fonds auch in nächster Zeit keine Ausschüttungen vornehmen wird. Da der Fonds Ende 2015 Darlehen in Millionenhöhe zurückzahlen musste, wurden Waldflächen in großem Umfang verkauft. Die Waldgesellschaft in den USA steht vor der Liquidation.

Nach neuestem Stand liegt der Wert einer Beteiligung bereits mehr als 50 % unter der Einlagezahlung, weitere Wertminderungen sind nicht auszuschließen. Aufgrund der vorliegenden Situation kann das Kapital der Anleger als bedroht bezeichnet werden. Auch ein Totalverlust ist möglich.

Am 16.09.2015 hat die Kanzlei JACKWERTH einen positiven Schlichtungsspruch beim Bundesverband der privaten Banken wegen durchgreifender Aufklärungsmängel gegen die Commerzbank erstritten. Dabei wurde festgestellt, dass der Bankberater sichere Altersvorsorge und Kapitalerhalt versprochen und nicht auf die komplizierte Funktion und die vielfachen Risiken der hochspekulativen Beteiligung und die Vergütung für die Bank hingewiesen hat. Der zu spät überreichte Verkaufsprospekt konnte diese Mängel nicht heilen.

Inzwischen hat eine Bank in Übereinstimmung mit einem von uns in Auftrag gegebenen Gutachten massive Fehler in dem maßgeblichen Verkaufsprospekt festgestellt, so dass sich die Erfolgsaussichten weiter verbessert haben. Denn vor allem die Commerzbank hat die Anlage vielen Kunden verkauft, ohne auf diese Unstimmigkeiten im Prospekt hinzuweisen.

25.06.2016 - Neuigkeiten aus den USA

Die Waldgesellschaft, in die der Waldfonds TimberClass 1 investiert hat, wird nun offiziell abgewickelt. Nach aktuellem Wertansatz der Fondsgesellschaft können Anleger nur noch mit einer Rückerstattung in Höhe von ca. 46 % rechnen. Im letzten Jahr sollte dieser Wert noch 62 % betragen. Für die Anleger bedeutet dieser Umstand demnach, dass mindestens die Hälfte ihres eingesetzten Kapitals verloren ist. Dieses Ergebnis sollte kritisch hinterfragt werden.

01.07.2018 - Aktueller Stand der Verkaufsabwicklung

Erneut erhalten Anleger Nachricht von ihrer Fondsgesellschaft: Der Waldmanger Campbell Global teilt mit, dass im Mai 2018 der Kaufvertrag für das gesamte Waldportfolio unterzeichnet worden sein soll. Die Fondsgesellschaft weist insoweit auf Schwierigkeiten hin, die zu der Verzögerung geführt hätten. Mit der Übertragung der Waldflächen wird jetzt Anfang Juli 2018 gerechnet. Der Kaufpreis soll im erwarteten Rahmen liegen. Für die Anleger rechnet die Fondsgesellschaft zwar im August 2018 mit einer Schlussausschüttung. Nach bisherigem Stand der Dinge werden die Anleger jedoch auf einem Schaden sitzen bleiben.

Empfehlung

Sollten Sie den Vermögensschaden nicht hinnehmen wollen, melden Sie sich bitte in der Kanzlei JACKWERTH Rechtsanwälte, damit Ihre Sache für Sie rechtlich geprüft wird. Fachanwältin Ruth Fiedler wird sich im Rahmen einer kostenfreien Erstbewertung um Ihr Anliegen kümmern. Zögern Sie nicht, uns unter unserer Telefonnummer 0551 / 29 17 62 20 anzurufen, falls Sie Fragen haben. Wir sind gerne für Sie da.

Unsere Empfehlung

Betroffenen Anlegern ist daher zu empfehlen, ihre Verträge anwaltlich prüfen zu lassen. Als Anleger sind sie Anteilseigner und tragen das unternehmerische Risiko. Geraten die Fonds in finanzielle Schieflage oder ergeben sich sonstige Schwierigkeiten, haben die Anleger das zu tragen. Auch ein Totalverlust ist möglich. Außerdem besteht das Risiko, erhaltene Ausschüttungen zurückzahlen zu müssen.

Als Anwälte klären wir zunächst die Beratungsqualität. Über Risiken wurde in der Regel nur selten vollständig aufgeklärt. Falls der Verkauf durch eine Bank erfolgte, hätte auch über Rückvergütungen informiert werden müssen. Der Kunde muss einschätzen können, was die Bank an dem Verkauf verdient. Die Vermittlung geschlossener Fonds zur Altersvorsorge wird von der Rechtsprechung als kritisch bewertet. Ein weiterer Haftungsgrund sind oftmals Prospektfehler. Die umfangreichen Verkaufsprospekte sind in vielen Fällen falsch. Ob und gegen wen sich daraus Ansprüche ergeben, kann jedoch nur anwaltlich geprüft werden.

Die Haftungsfrage sollte unbedingt zeitnah geklärt werden, da sonst die Verjährung möglicher Ansprüche droht. Die Verjährungsfrist beträgt grundsätzlich 10 Jahre. Unter gewissen Umständen tritt allerdings schon eine frühere Verjährung ein. Eine rechtliche Bewertung ist daher unabdingbar.

Eine Erstbewertung, in der die Chancen und Risiken etwaiger Maßnahmen ausgelotet werden, können Sie direkt bei uns beantragen. Um eine realistische Einschätzung Ihrer Situation zu ermöglichen, haben wir den Fragebogen für Kapitalanlagen für Sie bereitgestellt.

Falls Sie Fragen haben, dann zögern Sie bitte nicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Gerne stehen wir Ihnen auch für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

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